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Medienkompetenz

Um mit all den Anwendungen die sich heute bieten sinnvoll umzugehen und den Gefahren aus dem Weg zu gehen, brauchen Kinder und Jugendliche natürlich in erster Linie Medienkompetenz. Also die Fähigkeit, Medien und ihre Inhalte den eigenen Zielen und Bedürfnissen entsprechend zu nutzen.

Dieter Baacke¹, Erziehungswissenschaftler, definierte Medienkompetenz so:

  • Medien (Bücher, Zeitschriften, Internet, Hörfunk, Fernsehen etc.) kennen und nutzen können – beispielsweise ein Buch in der Bibliothek suchen und entleihen

  • sich in der Medienwelt orientieren können – beispielsweise unter den verschiedenen Fernsehangeboten eine Nachrichtensendung finden

  • an medial vermittelten Kommunikationen teilnehmen können – beispielsweise einen Leserbrief verfassen

  • eine kritische Distanz zu Medien halten – beispielsweise kommerzielle oder politische Interessen in journalistischen Beiträgen erkennen können

  • selbst kreativ in der Medienwelt tätig werden – beispielsweise in einer Schülerzeitung, zu einem Offenen Kanal oder bei Wikipedia etwas beitragen


Es stellt sich die Frage, wo die Jugendlichen Medienkompetenz erlernen sollen. Lehrer sagen gerne, das ist Aufgabe des Elternhauses und Eltern erwarten die Vermittlung in der Schule. Letztlich schieben sie sich diese wichtige Aufgabe gern hin und her und Eltern und Lehrer verlassen sich oft, um sich nicht wirklich damit auseinandersetzen zu müssen, auf eine gewisse Selbstregulierung unter den Jugendlichen. Was aber nur dann funktionieren kann, wenn die erlangte Basisinformation richtig ist. Sonst ist das eher wie die „Stille Post“.



Schule kann durchaus ein guter Ort sein, um Medienkompetenz zu vermitteln und auch der Einsatz verschiedenster Medien im Unterricht ist sinnvoll. In meiner 17jährigen Tätigkeit beim Medienprojektzentrum Offener Kanal war ich in vielen Projekten Partner der Schulen, wenn es um praktische und theoretische Medienarbeit geht. Ich muss allerdings gestehen, dass ich nicht immer begeistert von dem bin, was Lehrer unter Medienarbeit verstehen. Häufig überlegen sich Lehrer (meist kurz bevor die Projektwoche losgeht), dass es doch „ganz toll wäre in der Projektwoche ein Medienprojekt zu machen“ oder „mal das Theaterstück der Theater-AG aufzunehmen“. Dagegen spricht natürlich nichts, leider zeigt die Erfahrung, dass bei solchen, vom eigentlichen Schullalltag losgelösten Projekte zum einen die Nachhaltigkeit für die Schüler und Lehrer fehlt und zum anderen kein oder wenig Bezug zum eigentlichen Lernen vorhanden ist. Ich bin mehr dafür, die Medien zum  Gegenstand des Unterrichts zu machen und die Medien direkt und ergänzen in den Fächern und im Lehrplan zu nutzen. Dass es dabei viele verschiedene Möglichkeiten gibt, werde ich auf diesen Internetseiten aufzeigen.
 
Natürlich vergesse ich nicht, dass die Kinder ihren ersten Zugang zur Medienwelt im Elternhaus haben. Hier gibt es meiner Meinung nach ebenso eine dringende Notwendigkeit, dass sich Eltern aktiv mit der Mediennutzung ihrer Kinder auseinandersetzen und auch in diesem Bereich zum verlässlichen Partner der Kinder werden.

Dabei geht es nicht um die Kontrolle der Kinder und Jugendlichen, weil das keine Probleme löst, sondern letztlich nur verschiebt. Wenn Jugendliche zuhause mit Verboten konfrontiert werden und zum Beispiel keine Messengerprogramme installieren dürfen oder wenn die Internetaktivitäten mittels eines Programmes überwacht werden, dann werden diese Jugendlichen bei Freunden, im Internetcafe oder im Computerraum der Schule ihren Bedürfnissen nachgehen.

Eltern interessieren sich aus vielerlei Gründen ja schon grundsätzlich für das Leben und den Alltag ihrer Kinder. So wird viel Zeit investiert um bei den kleinen das passende Kinderbuch zu kaufen, Eltern machen sich große Gedanken um den Freundeskreis ihrer Kinder und Eltern wollen letztlich nur das Beste für ihre Kinder. Überlegen Sie doch einmal, wann Sie Ihr Kind zum letzten Mal gefragt haben, wie es in der Schule gewesen ist? Das wird nahezu täglich der Fall sein und überlegen Sie dann, wann Sie Ihr Kind gefragt haben, wie war es im Chat? Leider sagen die meisten Eltern bei diesem Thema Sätze wie „du hängst ja schon wieder vor der blöden Computerkiste“ und bezeichnen all das als sinnlose Zeitverschwendung. Wenn solche Sätze auch noch gepaart sind mit Verboten, frage ich mich aber ernsthaft, ob zum Beispiel ein 14jähriges Mädchen, was sexuelle Belästigung in einem Chatraum erfahren hat, dann zu ihren Eltern gehen würde, um sich dort Hilfe zu holen. Ich glaube eher nicht.

¹ Dieter Baacke (* 2. Dezember 1934 in Hannover; † 23. Juli 1999 in Bielefeld) Erziehungswissenschaftler und Professor an der Universität Bielefeld. Baacke auf Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Baacke

 

 

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